Jahreslosung 2020

Jesus sagt einmal zum Vater eines schwer kranken Kindes. Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Der verzweifelte Vater entgegnet: Ich glaube, hilf meinem Unglauben! Die Wirklichkeit von Jesus und die Wirklichkeit des Vaters prallen zusammen. Das alltägliche Elend trifft auf den Traum vom Reich Gottes. Jesus klopft keine Sprüche. Er lässt sich erzählen, was ist los mit dem Kind. Er hört zu. Ist erst mal einfach nur da. Klage und Zweifel sind ein Teil des Glaubens. Enttäuschung und Verzweiflung haben ihren Platz in der Beziehung zu Gott. Und zwar deswegen, weil eben nicht alles möglich ist, selbst wenn man glaubt. Und wenn einer nicht gesund wird oder die Welt nicht besser wird, dann liegt es nicht an mangelndem Glauben.

Wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen, dann tun wir das meistens an der Grenze zwischen Glauben und Unglauben, in der Sehnsucht danach, dass endlich alles gut wird, und in der Realität, dass wir kleine Brötchen backen, kleine Schritte gehen. Glaube ist nicht ein Besitz, so wie Geld auf dem Konto oder Korn im Sack, das ich nach Belieben auspacken oder verteilen kann.

Glauben gibt es für uns Menschen nur mit dem Zusatz „Hilf meinem Unglauben!“